Samstag, 24. Dezember 2011

Der Blick über den Stadionzaun

Heute konnte man in der Presse lesen, dass sich gestern ca. 18.000 Menschen in der Alten Försterei, dem Stadion von Union Berlin, zu einem Weihnachtssingen getroffen haben. Das Stadion war damit ausverkauft!
Diese Aktion geht auf eine "Schnappsidee" von 89 Unionfans zurück, die 2003 über den Stadionzaun geklettert sind, um in ihrer Alten Försterei Weihnachtslieder zu singen. Seitdem kommen stetig mehr Menschen zu dieser Veranstaltung. Im letzten Jahr waren es noch 12.000 Personen, die bei Bratwurst, Glühwein und der Weihnachtsgeschichte, am 23.Dezember besinnlich in die Weihnachtstage starteten. Eine tolle Tradition der Unionfamilie.

Ich wünsche mir auch in Dortmund ein eigenständiges, unverwechselbares Ritual. Der Auftritt der Selmer Sonnenkinder beim letzten Heimspiel der Saison seit über 20 Jahren ist so eins. Leider wurde in diesem Jahr diese Tradition unterbrochen. Die Sonnenkinder haben uns gegen Kaiserslautern mit ihrem Jingle bells doch sehr gefehlt.

Weihnachtssingen in der Alten Försterei

Überhaupt Union Berlin: Dieser Verein ist mir in den letzten Jahren immer wieder positiv aufgefallen. Mein Interesse wurde erst mit der Eigeninitative von Union Fans, die in ihrem Urlaub freiwillig das baufällige Stadion renovierten und neue Tribünen errichteten, geweckt.

Vor einigen Wochen sorgte die Kampagne "Wir verkaufen unsere Seele - aber nicht an jeden!" für Aufsehen. Mit dieser provokanten Anzeigenaktion, bei dem sogar ein Kinospot geschaltet wurde, waren neben Red Bull, Joseph S. Blatter und Silvio Berlusconi als Symbole des Bösen auf den Plakaten zu sehen. Sehr schön.

Wir verkaufen unsere Seele, aber nicht an jeden


Immer mehr empfinde ich den 1.FC Union Berlin als sympathischen Nischenclub, der noch ein Verein im klassischen Sinn ist und sich die Vereinsseele bewart hat. Union ist für mich der eigentliche Kultclub und nicht der FC St. Pauli, der zwanghaft versucht, durch sein "Anderssein" den Kultstatus zu halten. Ich habe die St. Pauli Fans im Auswärtsblock in Dortmund gegen die Amateue des BVB, in Essen und anderswo getroffen. So richtig warm bin ich mit ihnen nicht geworden. Diese linke Attitüde, mit der sich der Verein und die Fans umgibt, zieht unheimlich viel Fußballinteressierte an, aber mich stösst dieses engstirnige politische Denken wieder ab. Der FC St. Pauli hat als Stadtteilclub in Hamburg seinen Anfang ähnlich wie Union in Berlin genommen, ist dann aber aufgrund seiner bundesweiten Popularität eher zu einem FC Bayern für Linke geworden. Bei den Unionern kann ich diese Tendenz nicht erkennen, zumal ich die Fans und den Verein nicht auf eine politische Ausrichtung fixiert sehe. Ich bin sowieso der Meinung, dass mein Verein eine Herzensangelegenheit ist und nicht der Ausdruck meines politischen Willens sein sollte.

Mit der gestrigen Singaktion hat der 1.Fußballclub Union Berlin jedenfalls mein schwarzgelbes Fußballherz erwärmt.

           Frohe Weihnachten euch Eisernen!






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