Sonntag, 11. März 2012

Mein lieber Schwan



Ein walisischer Fußballclub sorgt derzeit in der englischen Premier League für Furore.Vorläufiger Höhepunkt war der heutige 1:0 Heimspielsieg über den bisherigen Tabellenführer Manchester City. 



Swansea City -auch the swans genannt- ist der erste walisische Fußballverein, dem es bisher gelang in die höchste englische Spielklasse aufzusteigen. Dieses einmalige Kunststück glückte Swansea in den Playoffs am Ende der letzten Saison als Swansea vor 86.000 Zuschauern den FC Reading mit 4:2 schlug. 

Zur Zeit belegt Swansea City AFC den 11. Tabellenplatz in der Premier League.

Das Team der Namenlosen wird auf der Insel auch das "Barca Großbritanniens" genannt, weil es ein gepflegtes und versiertes Kurzpassspiel spielt. Den deutschen Fans ist vielleicht noch der Name des Torwarts Gerhard Tremmel ein Begriff, der bei Energie Cottbus im Tor stand.

Da in Wales Rugby Sportart Nummer 1 ist, fristet der Fußball ein eher tristes Dasein im Schatten des Rugby. Die waliser Clubs spielen traditionell in den unteren englischen Ligen, da sie keine eigene Liga in Wales haben. Der walisische Erzrivale von Swansea, Cardiff City, spielt derzeit als zweitbester Verein in der 2. englischen Liga.

Die ganze Story von Swansea von den 11Freunden

Bewegte Bilder vom WDR

Alles im schwarz-gelben Bereich

Nun ist es passiert! 

Die Einen haben es herbei gesehnt und die Anderen befürchtet, das Ende der Dortmunder Siegesserie. Spiegel online titelte gar in schlechter Boulevardmanier: "Dortmund stolperte in Augsburg" 

Woher der vermutliche "Hobbyjournalist" diese Erkenntnis hat, könnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, allerdings lässt die Meldung auf eher rudimentäre Sachkenntnis des Schreiberlings in der Sparte Fussball schließen. 

Fakt ist doch, dass Borussia Dortmund ein verdientes Unentschieden bei dem zur Zeit starken FC Augsburg und damit einen Punkt geholt hat. Somit hat der Tabellenführer der Bundesliga weiter einen komfortablen Vorsprung von 5 Punkten auf den ersten Verfolger. Nebenbei wurde der Vereinsrekord von 19 ungeschlagenen Spielen in Folge eingestellt. 

Grundsätzlich muss man auch sehen, dass es den Borussen in Augsburg nicht gelungen ist, das bekannte und bei den Gegnern gefürchtete Spiel aufzuziehen. Vieles blieb Stückwerk und scheiterte oftmals an technischen Unsauberkeiten und eher mäßigen Leistungen sowohl im Spielaufbau sowie in der Rückwärtsbewegung.
Aber ist das ein Grund beunruhigt zu sein? Sicher nicht! Die Mannschaft wird nach einer Woche intensiver Trainingsarbeit am Samstag gegen Bremen sicherlich die richtige Antwort geben.


Nebenbei bemerkt: Platz 9 ist dem BVB schon nicht mehr zu nehmen. Das beste Rückrundenteam hat von 24 möglichen 22 Punkte geholt. Not so bad....

Six in a row

Mo hat es tatsächlich gemacht! Als erster Spieler der Bundesliga schoss er gestern in seinem 6. Spiel sein 6. Tor für seinen neuen Verein Mainz 05. Das ist Rekord. Mal sehen ob er diesen noch ausbauen kann....



Samstag, 10. März 2012

nur mal so....zur allgemeinen Beruhigung:

Lt. Kicker hat noch kein Tabellenführer seit der Einführung der 3-Punkte-Regelung, der nach dem 24. Spieltag 5 oder mehr Punkte Vorsprung hatte, diesen bis zum Ende der Saison verloren.

Freitag, 9. März 2012

Bild des Tages

Mir san mir! sieht irgendwie anders aus :D

1500 Millionen Euro Schulden

Wir haben es heute noch im Kollegenkreis besprochen: Die aktuelle Schuldenlast der europäischen Ligen ein Jahr vor der Einführung des Europäische Financial Fair Play.




Einem Bericht der Gazetta dello Sport zufolge schleppen alleine die 20 Serie A Clubs in Italien den gigantischen Schuldenberg von insgesamt 1,5 Milliarden Euro mit sich herum.


Besonders die Topclubs Inter und AC Mailand sowie Juventus Turin sind auch in diesem Ranking ganz vorne und das obwohl alle 3 Vereine finanzkräfte Präsidenten und Konzerne hinter sich haben. Wie würde das wohl ohne dieses Kapital aussehen?


Oberschuldenmeister ist Inter Mailand mit derzeit 335 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Juventus folgt auf Platz 2 mit "nur" 241 Millionen und der AC Mailand mit 238 Millionen Euro Schulden. 


Im Vergleich dazu steht die Bundesliga sehr gut da. Bayern München ist faktisch schuldenfrei, während Borussia Dortmund seine Verpflichtungen auf 56 Millionen gesenkt hat. Der englische Meister Manchester United schreibt insgesamt 370 Millionen an roten Zahlen und den spanische Meister und Champions League Sieger FC Barcelona drückt eine Schuldenlast von derzeit 364 Millionen Euro. 


Hier sieht man auch deutlich, dass selbst der Gewinn von europäischen Titeln die Investitionen der Clubs in Ablösesummen und Gehälter für Spieler und Trainerstab nicht amortisieren kann. 

Die 3 italienischen Spitzenclubs geben über 80% ihres Umsatzes für Spielergehälter aus. Bei Juventus sind es sogar 89 %, bei Inter 88 % und bei Milan 85% des Jahresumsatzes. Das kann auf Dauer ohne fremde Hilfe nicht gut gehen.

In Schottland taumelt der ehemals reichste Verein des Landes, der Rekordmeister Glasgow Rangers einem Insolvenzverfahren entgegen. Hier fehlen alle zur Begleichung der Finanzamtsschulden 58 Millionen Euro. Verzweifelt versuchte der Verein eine Einigung mit den Spielern und dem Trainerstabes, die Einsparungen an Gehältern von 8,4 Millionen Euro pro Monat (!) vorsah, zu finden. Die Spieler und Trainer verwiesen auf ihre laufenden Verträge und lehnten dankend ab.
Zudem sieht der Insolvenzverwalter keine realistische Chance auf eine Lizenz für die nächste Europa bzw. Champions League Saison. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, brechen natürlich weitere Millionen an Einnahmen für die Rangers weg.



Die spannende Frage bleibt: Wie sieht diese negative Entwicklung der europäischen Topvereine unter den Bedingungen des Financial Fair Play aus? Hier hat die UEFA klare Regeln festgelegt, die bei einer Nichteinhaltung auch drastische Strafen wie Lizenzentzug vorsieht. Sollten die Schuldenkönige von der UEFA ernsthaft an die Kandare genommen werden und sparen müssen, kann das nur ein Vorteil für die sparsamen Bundesligaclubs sein.


Hier ein ausführlicher Bericht zu  Financial Fair Play

Klopptimismus

Neulich habe ich zum ersten Mal diesen Begriff gehört und musste darüber schmunzeln. Doch je länger ich darüber nachdenke, um so besser gefällt er mir und um so mehr fällt mir dazu ein. 

Klopptimismus, hm....wo fängt man da an? Mit der Vergangenheit, mit der Gegenwart oder den Zukunftsaussichten?

Ich definiere den Begriff für mich mal so: Es ist die absolute Zufriedenheit mit meinem Ballspielverein in jeglicher Hinsicht

Ich kann mich immer nur wiederholen: Ich war noch nie in meinem langen Fandasein so zufrieden mit dem stabilen Zustand unserer Borussia. 

Wir Fans haben -ohne Frage- sehr sehr schwierige Zeiten mit unserem Verein erlebt. Die existenzbedrohende Situation mit dem Tiefpunkt am 14.März 2005 werde ich und viele andere Borussen wahrscheinlich nie vergessen. Am Flughafen in Düsseldorf entschieden die Gläubiger des Stadionfonds MOLSIRIS über das Schicksal von Borussia. Dieser Tag war mit Abstand der schlimmste in meinem Fußballleben. Keine noch so hohe Niederlage, keine Demütigung im Derby, noch sonst ein Pokalaus oder Finalniederlage haben so sehr Schmerzen hinzufügen können, wie dieser Showdown an jenem Tag. 
Dem Tode noch mal von der Schüppe gesprungen, waren die Zukunftsaussichten unseres Vereins nicht gerade rosig, zumal die katastophalen Hinterlassenschaften von Niebaum und Meier keinen Spielraum für höhere Ambitionen zu liessen. Ich war einfach nur dankbar, dass es weiterhin Fußball in Dortmund geben würde, egal in welcher Liga. Der Umschuldungsprozess würde Jahre, sogar Jahrzehnte dauern, was gleichzeitig auch bedeutete, dass es mindestens so lange dauern würde, bis Borussia wieder wettbewerbsfähig würde. Meine persönliche Zeitrechnung hatte eine Spanne bis zu 20 Jahren.


Jetzt schreiben wir das Jahr 2012 und Borussia Dortmund ist amtierender Deutscher Meister, souveräner Tabellenführer, spielte vor kurzem in der Europa und Champions League und erreichte seit langer Zeit mal wieder ein DFB-Pokalhalbfinale und ich bin Klopptimist! Was ist in der kurzen Zeit eigentlich nur passiert? 


Es begann alles in diesem modernen Märchen mit der Verpflichtung eines jungen Trainers, der nach vielen Jahren in Mainz eine neue Herausforderung suchte und der bis auf den Aufstieg mit dem FSV noch nicht viel vorzuweisen hatte. 

Irgendwie hat dieser junge Prinz Kloppo die ohnmächtige Dame Borussia wachgeküsst und zu neuem Leben erweckt. 

Bei der Fanszene gab es ein großes Aufhorchen, als die Kunde ankam, dass der Neue sich bei den Fans vorstellen und über deren Erwartungshaltung sprechen wolle. Und tatsächlich kam es zu einem lockeren Treffen von Fanvertretern und Jürgen Klopp in den Räumen des Westfalenstadions. Bei einem Bierchen oder einer Cola wollte der Trainer etwas von den Wünschen der Fans für die neue Saison erfahren. Unfassbar! Das hat es ja noch nie gegeben. 

Mit seinem Charisma hat Klopp nicht nur die Fans, sondern auch Spieler und die Verantwortlichen in seinen Bann gezogen. Der Jürgen selber hat einen unerschütterlichen Optimismus und was noch viel wichtiger ist, einen Plan. Dieser muss die beiden anderen Protagonisten Aki Watzke und Michael Zorc dermaßen beeindruckt haben, dass sie ihn sofort verpflichteten. An diesen beiden Menschen kann man übrigens den Einfluss von Jürgen Klopp meiner Meinung nach am besten erkennen. Unser Manager Zorc galt eher als verschlossen und verbissen, stand oft in der Kritik mit seiner Einkaufspolitik und ging zum Lachen eher in den Keller. Wenn man das Dortmunder Dreigestirn heute sieht, traut man seinen Augen nicht. So locker und entspannt kannte man Zorc und Watzke bisher gar nicht. Michael Zorc hat mal in einem Interview zugegeben, dass er sich seit der Verpflichtung von Jürgen Klopp ziemlich zum positiven verändert hat. Von aussen hat man den Eindruck, dass sich die Drei blind verstehen und vertrauen. Da scheint eine Männerfreundschaft entstanden zu sein. Nicht anders kann man das öffentliche Versprechen von Geschäftsführer Watzke deuten, dass er niemals Jürgen Klopp entlassen würde. Auch Jürgen Klopp dachte auch schon mal laut darüber nach, dass er am Ende seiner Karriere ein Trainer sein könnte, der nur 2 Vereine trainiert hätte.


Irgendwie, und da sind wir wieder beim Märchen, hat sich alles beim BVB verändert und das Umfeld ist verzaubert. Der Plan, ein Spielsystem mit einer laufstarken Mannschaft zu installieren, ist für mich der Grundstein des Erfolges. Mit geschickten Einkäufen, aber auch schmerzhaften Trennungsprozessen von Leistungsträgern wie Petric, Frei oder Dede, konnte diese Trainerziele umgesetzt werden. Besonders bemerkenswert ist der Lernprozess, der sich im Trainergespann, als auch bei der Mannschaft einstellte. Wurde beispielsweise in der ersten Saison die Teilnahme am europäischen Wettbewerb noch knapp am letzten Spieltag verdaddelt, verkündete Jürgen Klopp nach der kurzen Schockstarre, dass man nun wisse welche Fehler man gemacht hätte und würde diese abstellen. Und sie wurden abgestellt! Bei dem nächsten Rückschlag, dem frühen Ausscheiden in der Qualifikation gegen Udine, gab es das gleiche Szenario. Man sah den Fehler, besprach ihn und stellte ihn ab. Folge: Borussia erreichte im nächsten Jahr die Gruppenphase in der EuroLeague. 
Zum Auftakt in der darauf folgenden Bundesligasaison verlor der BVB sein Heimspiel gegen Leverkusen. Schon in der Halbzeit stand es 0:2 und Jürgen Klopp erkannte seinen Fehler, das erfolgreiche Duo Schmelzer/Großkreutz auseinandergerissen zu haben (beide Gegentore fielen über diese Seite) und stellte Großkreutz wieder auf die linke Seite. Nach dem Spiel wurde analysiert und die Mannschaft verlor kein Heimspiel mehr und wurde Deutscher Meister. Egal was passiert, das Trainergespann macht auf mich niemals einen ratlosen Eindruck, bleibt gelassen und arbeitet konsequent nach Plan. Das Spielsystem der Mannschaft ist so verinnerlicht und stabil, dass selbst vermeintlich schwerwiegende Ausfälle von Leistungsträgern wie Kagawa, Götze, Bender, Kehl oder Barrios scheinbar mühelos weggesteckt und kompensiert werden, während in anderen Vereinen solche Ausfälle in mittleren Katastrophen enden. Beispielsweise Schweinsteigers Verletzung in München, Huntelaars Ausfall in Gelsenkirchen oder Herrmanns Fehlen in Mönchengladbach.
Nebenbei bemerkt, wird ja auch nichts dem Zufall überlassen. Sei es beim Athletikteam um Oliver Bartlett (dessen Arbeit eines der Geheimnisse um die Wunderheilung von Manni Bender oder Shinji Kagawa ist) oder der Rasenpflege mit der künstlichen Beleuchtung des satten Grüns im Stadion oder der Erichtung der neuen Footbonautenhalle auf dem Trainingsgelände. 
Der Footbonaut ist ein Hightechelement, mittels dessen die Schusssicherheit und die Reaktionszeiten der Spieler analysiert und verbessert werden soll. 

Wie gesagt: Jürgen Klopp hat einen Plan. Wir wissen alle nicht wie lange der momentane Höhenflug unserer Borussia anhalten wird, aber unser Trainer wird es schon machen. Dieser unerschütterliche Glaube daran, das ist KLOPPTIMISMUS!
  

Übrigens, dieser Begriff ist nicht neu. Schon zu Mainzer Zeiten gab es den "Klopptimist". Sogar T-Shirts wurden mit diesem Wort bedruckt.